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Über die Ursprünge der bayerischen Trachten

Sehr traditionsbewusste und treue Landesgenossen nehmen es häufig bei der Kleiderordnung etwas genauer und halten sich dabei an mehr als zweihundert Jahre alte überlieferte Vorgaben. Die Kleider sind dabei so etwas wie Markenzeichen der Herkunft. Die regionale Zugehörigkeit einer bestimmten Tracht lässt sich für Insider und Eingeweihte eindeutig bestimmen.

Lang lang ist’s her, oder doch nicht?

Im Prinzip handelt es sich bei den bayerischen Trachten um von den Wittelsbacher Adeligen erfundene bürgerlich gewordene Uniformen.

Anfang des achtzehnten Jahrhunderts wollten die bayerischen Könige Maximilian der Erste und der Zweite die Nation mehr zusammenschweißen und erfanden und kultivierten aus ebendiesen politischen Gründen die einheitliche Bekleidung.

Die allerersten Trachten sollten auf Wunsch Max I. anlässlich des ersten Oktoberfestes 1810 von Kindern und Jugendlichen getragen werden. Dabei handelte es sich nicht um völlig neue, nie dagewesene Modetrends. Die Lederhose mit Hut entspricht dem adeligen Jägergewand der etwas wohlbetuchteren Herrschaften. Die Klappfunktion war seinerzeit schon top-modern und praktisch. Das Dirndl, das heute so an mittelalterliche Mägdekleider erinnert, hat seine Ursprünge in den Sommergewändern der Damen aus der Stadt.

Ursprünglich wurden die Trachten je nach Herkunft relativ einheitlich gestaltet, aber zu Beginn des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der Trend hin zu immer mehr Abwandlungen von den ursprünglichen Bekleidungsformen. Die Modetrends verselbstständigten sich und die Trachten wurden mehr und mehr zu Mode-Accessoires.

Die Brauchtümer, zu denen auch das Tragen bestimmter Kleider gehört, wurden zwar von den breiten mittleren und unteren Volksschichten gepflegt, aber ihre Ursprünge haben sie in der Mode der Adeligen.

Tatsache bleibt, dass es so viele verschiedene bayerische Trachtenstile wie Regionen in Bayern gibt, und nach wie vor machen die Damen und Herren in den edel anmutenden Gewändern eine sehr gute Figur. Und nach wie vor wird die besondere Art der Bekleidung sowohl bei alltäglichen und im Besonderen natürlich auch bei den regionalen und landesweiten festlichen Anlässen immer wieder gern getragen.