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Tracht Buam
Unterschieden wird zwischen Volltracht, Halbtracht und Trauer. Bei der
Halbtracht wird oft auf die Krawatte, den Schmuck und den Adlerflaum verzichtet.
Auch wird dann meist nur entweder Gelee oder Joppe getragen und ein einfacher
schwarzer Haferlschuh ist ebenfalls zugelassen. Bei Trauerfeiern wird statt der
Lederhose eine schwarze, lange Stoffhose und eine schwarze Seidenkrawatte
getragen. Auf Schmuck und Hutschmuck wird dann verzichtet.
Hut
Der Miesbacher Scheibling basiert auf der Hutform der Melone. Er
ist aus Hasenhaar hergestellt und bekommt durch langes Bürsten die typische
Velours-Oberfläche. Es gibt auch eine etwas günstigere Ausführung aus Wolle. Als
Garnitur ist eine zwei- oder dreireihige Kordel erlaubt. Der Hut wird oben,
leicht nach vorne geneigt, eingedrückt. Der Hut eines Trachtlers darf niemals
auf den Kopf eines Anderen geraten. (100 € -130 €)

Hutschmuck
Der
Adlerflaum wird bei uns immer zur Volltracht getragen. Ist der Flaum mit einer
leichten Neigung nach vorne am Huad befestigt, will der Träger damit seine
Bereitschaft zum raufen signalisieren. Echter Adlerflaum darf wegen Artenschutz
in Deutschland nicht mehr geliefert werden. Einige Geschäfte haben noch (sehr
teure) Bestände. Alternativ gibt es Stückelflaum der weiterhin verkauft werden
darf und sich nur dadurch unterscheidet, dass er aus mehreren Teilen
zusammengesetzt wurde. Nicht ganz original aber billig ist Stückelflaum der aus
Marabufedern hergestellt ist. Man erkennt ihn am reinweiß, wohingegen echter
Adler leicht zum Elfenbein tendiert. Des weiteren sind auch Abzeichen und
ähnliches an den Hüten zu finden, wobei der Schmuck mit dem Alter und Ansehen
wächst, niemals umgekehrt. Das gilt übrigens für den gesamten Trachtenschmuck.
(30 € - 300 €)

Der Roaga oder
Roagaspitz ist die Flügelfeder vom Schlangenhalsvogel. Dieses Tier kommt nur in
Asien vor, wie es in Bayern auf den Huad kam ist allerdings nicht überleifert.
Es werden immer drei Federn
und ein kleiner Adlerflaum zu einem Bund gefertigt; ebenfalls geschützt (150 € - 500 €)

Gams- und
Hirschbärte; die kleineren werden leicht schräg nach hinten getragen, große und
auch entsprechend kostspielige Gamsbärte sind nur den älteren Trachtlern mit
kräftiger Statur und entsprechendem Ansehen zu empfehlen. Selten werden große
Gamsbürte auch vorne in der Mitte über der Stirn befestigt. (90 € - 1700 €)

Spielhahn/Auerhahn
und Eichelhäher (ab 40 €)

Fasanenfeder (ab 90
€)

Hemd
Originalhemd mit Steg in elfenbeinfarbenem Leinen und Perlmutknöpfen. Im
Steg können die Initialen in altdeutscher Schrift eingestickt werden. (20 € -30 €)

Krawatte
Vereinsstandard ist die königsblaue Seidenkrawatte. Die Krawatte besteht aus einem
einfachen Seidentuch mit den Abmessungen ca. 40 x 40 cm, das schrittweise zur
Mitte hin gefaltet wird und dann mit Krawattennadel oder Hülse am Kragen
gehalten wird. Zur Miesbacher Tracht können alternativ auch wollerne Bänder
getragen werden.

Messer
Beim Messer gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten. Horn oder
Goasfuas. Die Hornmesser sind meist mit Silber Beschlagen oder mit
Hornschnitzerrein verziert. Der Goasfuas ist meist ein Rehfuß, in den die Klinge
eingearbeitet wurde. Je nach Ausführung schwankt auch der Preis. Für Kinder gibt
es statt der Klinge auch einen Löffel. (15 € - 150 €) Ein in einen Horngriff
eingearbeiteter PDA-Stift ist zum Glück noch nicht gesichtet worden.

Hosenträger
Der Trägerriemen ist zwischen 2 und 3 cm breit, am Rücken
gekreuzt (oft von einer Silberspange gehalten) und hat die Schließe über dem
Taferl. Die schönsten Taferl sind natürlich die mit möglichst alten Stickereien
oder Hornverzierungen. Im normalen Gebrauch verwenden wir aber unsere
Vereinshosenträger.

Lederhose
Die Lederhose gibt es in sehr unterschiedlichen handwerklichen
Ausführungen. Hand- oder Maschinengestickte, Spalt- oder Hirschleder,
maßgeschneidert oder von der Stange. Die Hose ist immer schwarz mit moosgrüner
Auszier. Die Gestaltung der Auszier richtet sich meist nach sehr alten Vorlagen.
Die Hose hat vorne einen Latz, wird an den Seiten mit Bandln geschnürt und
besitzt eine Messertasche auf der die Initialen eingestickt sein können. Als
Nahtverzieungen kommt der einfache Kreuzstich oder das S-Laubmuster in Frage. Für Plattler ist eine zweite, dünnere Hose mit Maschinenstickerei zu
empfehlen, da man die Auszier sonst bei den Plattlerproben aus der Hose schlägt.
Für Auftritte kann man dann die "Gute" nehmen. (220 € - 900 €)

Ranzen
Der Ranzen ist eine Art doppelreihiger Gürtel der mit
ausladenden Stickerrein verziert ist (auch Federkiel). Früher war an den
Verzierungen auch der Berufsstand zu erkennen.
Gilet (Weste)
Miesbacher
Gilet, grüner Samt oder Filz, rot eingefasst, Rücken aus schwarzer Seide, Schwalbentaschen
(geschwungen), Silberknöpfe. Oben wird die die Weste mit einer silbernen
Knopfkette geschlossen.

Joppe
Miesbacher Joppe in dunkelgrau. Die Joppe darf hinten nicht
geschlitzt sein und keine grünen Filzapplikationen haben. Innen hat die Jacke
meist ein gestreiftes Seidenfutter. (380 €)

Strümpfe
Getragen werden dunkelgraue bis zum Knie reichende Wollsocken
mit einem dunkelgrünen Umschlag und einer Ranke von der Ferse übers Wadl. Manche
Strümpfe haben auch ein kariertes Muster im Umschlag. Um den Strumpf gegen
herunterrutschen zu sichern, wird er unter dem Umschlag entweder mit einem alten
Schuhband oder mit einem Knopfgummi gesichert.

Schuhe
Die Miesbacher Buamaschua mit Eisen. Der Schuh wird nur mehr von
zwei Unternehmen in geringen Stückzahlen und auch nicht mehr regelmäßig
hergestellt (Völkl Modell "Hausham", Frey). Der Schuh ist aus Schwarzem Leder,
hat einen markanten, hohen Absatz der hinten konvex zur Schuhmitte hin
geschwungen ist. Um beim Plattln einen richtigen Stampfer aus den Holzboden zu
setzen, sind die Schuhe am Absatz mit einem Eisenbeschlag in Hufeisenform
versehen. (120 €)

Schmuck
Zu dem bereits erwähnten Schmuck werden oft auch noch Broschen
oder Nadeln an der Joppe getragen. (Meist Auszeichnungen vom Preisplattln,
Schießen oder sonstige Ehrungen) Sind diese nicht zu groß, können sie auch den
Hut zieren. Zwischen den beiden äußersten vorderen Knöpfen der Lederhose wird
manchmal ein Bierzipfel oder Schariwari, eine mit Allerlei alten Münzen, Krallen,
Hornschnitzereien oder ähnlichem bestückte Kette getragen.

Uhr
Getragen werden silberne oder silberfarbene Taschenuhren mit
Sprungdeckel, mögl. aus der Zeit um den ersten Weltkrieg und natürlich aus
Südbayern (20 € - 300 €). Eine Armbanduhr darf zur Tracht keinesfalls getragen werden
und wird mit 50 Cent in die Jugendkasse bestraft.
Abzeichen
Vereinsabzeichen,
Ehrennadeln und sonstige Abzeichen werden an Hut oder Joppe getragen.

Allgemein
Wie bereits oben erwähnt, ist bei der Ausstattung der Tracht auf
folgendes zu achten: Der Schmuck und Ausstattung wächst mit Alter und Ansehen, niemals
umgekehrt. Das gilt übrigens für den gesamten Trachtenschmuck.
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